Cheerleader Valley Kapitel 1: Morning Cheer

»Tschuldigung … Tschuldigung, Katrin«, hörte ich Lisa Stimme ziemlich erschrocken sagen. »Ich wollte es uns nur schon mal ein bisschen hell machen, aber jetzt hast du voll die Sonne ins Gesicht gekriegt, und ich habe dich geweckt. Ich bin so ein Dabbes. Ich hätte einfach besser gucken müssen. Es tut mir wirklich leid. Das Frühstück bei Starbucks geht jetzt auf mich. Okay?«

»Was?« Ich sah und verstand erst mal gar nichts, blinzelte mit beiden Augen und schob meinen Kopf zur Seite, heraus aus dem Lichtstrahl. Verschwommen konnte ich Lisa neben dem Fenster in ihrem Zimmer stehen sehen. Sie hielt die Kordel des Rollladens in der Hand, hatte sich zu mir gedreht und schaute mich so schuldbewusst an, wie ein Welpe, der gerade die Hochzeitstorte gefressen hatte. Als Nächstes merkte ich, dass ich auf dem Rücken lag. Ich versuchte, mich hinzusetzen. Ging aber nicht. Hatte mich der Killer geschnappt und gefesselt auf den Boden in Lisas Zimmer geworfen? Nein, eher nicht. Wär’ Quatsch. Ich lag einfach nur neben Lisas Bett in meinen Schlafsack, in den ich mich die letzte Nacht vor dem Schlafengehen fest eingemummelt hatte.

»Katrin? Ist alles in Ordnung?«, fragte Lisa, während ich damit begann, mich aus dem Schlafsack zu befreien. Da ich aber noch ziemlich orientierungslos war und wohl auch so dreinschaute, merkte Lisa, dass etwas nicht stimmte.

»Ja … ja, alles in Ordnung. Und mach dir kein Ding. Ich bin dir wirklich dankbar, dass du mich geweckte hast. Hast … hast du was zu trinken?«

»Klar«, antwortete Lisa, lief schnell zu ihrem Bett und gab mir eine der Orangensaftdosen, die noch von gestern Abend auf ihrem Nachttisch standen. »Du hattest wieder einen Albtraum, oder?«

»Ja, hatte ich«, antwortete ich Lisa, während ich sie dankbar anlächelte, mich aus dem Schlafsack wuselte und danach praktisch im Automatikmodus die Orangensaftdose mit einem ›Klack‹ öffnete. Vorsichtig keine Tropfen auf den Parkettboden in Lisas Zimmer zu machen, nahm ich einen Schluck. Das tat gut und half mir den letzten Schritt zurück in die Realität zu tun. Wenigstens war ich diesmal nicht wieder schreiend aufgewacht, was Lisa gerade beim ersten Mal einen riesigen Schrecken eingejagt hatte.

Lisa schüttelte verärgert den Kopf, aber sie war nicht sauer auf mich. »Daran ist dieser Idiot … dieser Penner … dieser miese Mistsack von Wikhard schuld!«, schimpfte sie laut. »Erst schleppt er dich in all diese Horrorfilme und dann lässt er dich sitzen; besitzt nicht einmal den Anstand, dich vom Restaurant nach Hause zu fahren. Ich meine, du hattest ihn immerhin einen Monat lang chauffiert. Was für ein schnorrender ›du weißt schon was‹-Kerl. Ich bin ehrlich nur so froh, dass du bei der wichtigen Frage »Nein« gesagt hast. Das hätte man nicht wieder rückgängig machen können – und abgehauen wäre er später so oder so! Aber … aber was? Katrin? Stimmt etwas mit meinem Nachthemd nicht? Du schaust da oben so drauf.«

»Nein. Nein. Alles in Ordnung.« Ich schüttelte den Kopf. Man war mir das peinlich! Ich merkte wirklich erst nach Lisas quirlig vorgetragener Frage, dass ich wohl die ganze Zeit nicht allzu subtil auf ihren Ausschnitt gestarrt hatte – wo jetzt wieder alles seine normale Größe hatte und anständig von ihrem pastellgrünen Nachthemd verdeckt wurde. »Lisa? Du hast die letzte Nacht nicht wirklich mit Til Schweiger geschlafen? Oder?«, rutsche mir als Nächstes raus, was, autsch, was dann ja noch peinlicher war.

Lisa grinste frech und ich hatte das Gefühl, dass einige ihrer jetzt aufkommenden Gedankenblitze nicht unbedingt jugendfrei waren. »Na ja. Die Vorstellung, dass mich Til gestern Abend in die Leinwand gezogen hat und wir dann zusammen dafür gesorgt haben, dass die Altersfreigabe des Films hochgesetzt werden muss, ist zwar reizvoll und wäre eine echte Sensation gewesen, aber seufz, nichts ist passiert.«

Ich lachte und war froh, dass jetzt alles wieder einen Sinn ergab. Dann aber merkte ich einen Hauch von Anspannung in Lisas Blinzeln. Etwas wollte sie mir sagen. Nichts Schlimmes, aber halt etwas.

»Katrin, da gibt’s noch was, was ich mit dir vorm Frühstück besprechen wollte. Ich hatte gestern Abend nach dem ganzen ›Hoffentlich bekommen wir noch eine vernünftige Karte‹-Reservierungschaos nicht mehr dran gedacht. Warte … ja … hiiieeer ist es«, sagte Lisa, während sie zielsicher in die Schublade ihres Nachttisches griff, einen bronzefarbenen Umschlag aus der Schublade zog und mir diesen mit einer freudigen Erwartung (die ich sicher gleich verstehen würde) in die Hand drückte. Nachdem ich mich zu ihr auf die Bettkante gesetzt hatte, schaute ich mir die Sache an. In dem Umschlag befand sich ein Hochglanzprospekt für ein ›Cheerleader Valley‹ – was auch immer das war.

»›Cheerleader Valley‹? Klingt wie der Name eines Romans«, war das Erste, was mir einfiel.

»Genau, und da kommt vielleicht noch mehr. Aber weißt du noch, als meine Mutter letztes Jahr ein paar Mal beruflich an die Nordsee gefahren ist.«

»Klar, da ging es um ein Maklerding oder so?«

»Ja. Es war ein ganz wichtiger Auftrag für das Büro. Mama war ganz stolz, als sie den von ihrer Chefin bekommen hatte, obwohl sie doch nur angestellte Maklerin ist und keine Teilhaberin. Bei dem Job sollte sie den Verkauf eines großen Geländes bei Cuxhaven an eine Investorengruppe regeln. Klar war sie da während der ganzen Zeit ziemlich angespannt, aber anscheinend lief alles superglatt: Die Investoren haben das Gelände gekauft und dort die letzten 12 Monate in Windeseile einen Sportpark hochgezogen – so ein In- und Outdoor Luxusding mit allem drum und dran. Die waren am Ende sogar so mit Mama zufrieden, dass sie mir jetzt als Dankeschön einen vier-Wochen-Kurs in deren Cheerleadingabteilung spendieren wollen. Alles kostenlos. Mit Unterkunft und Vollpension – inklusive Getränke! Und der Termin liegt perfekt in den Semesterferien.«

»Wow, vier Wochen«, antwortete ich erstmal. Natürlich war mir gleich klar, dass mir Lisa jetzt sicherlich nicht schonend beibringen wollte, dass ich diesmal alleine in den Sommerurlaub fahren müsste …

»Aber das Beste an dem Angebot ist…«

Nachtigall …

»…, dass ich noch jemanden mitbringen darf. Das Ganze wird uns nicht einen Euro kosten. Die bezahlen sogar unsere Bahnfahrkarten. Was denkst du? Bitte sag ja! Katrin. Bitte, bitte.«

Wenn ich ein Junge gewesen wäre, dann wäre ich bei dem Blick, den Lisa jetzt auflegte, dahingeschmolzen. Aber er zeigte auch so seine Wirkung. »Cheerleading!? Ich … ich weiß nicht, Lisa. Muss man dafür nicht ein bisschen größer und blonder und, na ja … und nicht so flach sein. Ich glaube nicht, dass ich da hinpasse.«

»Hey, mach dich nicht schlecht«, antwortete Lisa und schaltete in den Modus, bei dem ich wusste, dass sie es ernst meint. »Du bist sehr attraktiv, Katrin. Und du bist genau richtig proportioniert. Merkst du denn nicht, dass du einiges an Blicken erhascht, wenn wir was zusammen machen – in der Eisdiele sitzen oder an der Kinoschlange anstehen und so. Das zeigt doch, dass es eine ganze Menge Jungs gibt, die auf süß mit dunkelbraunen Haaren bis zum Po stehen.«

»Blicke erhaschen?«

»Ganz genau. Das kommt immer öfter vor. Und es sind nicht nur 16-jährige Pickelgesichter, deren Pupillen in deine Richtung wandern. Ganz, ganz ehrlich. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Cheerleading was für dich ist. Denk doch mal an den ganzen Satz von 15 Punkten, den du ständig in Gymnastik im Sportunterricht in der Oberstufe bekommen hast – sogar in dem halben Jahr, das wir bei der ollen Scholz hatten.«

Okay, wie ihr merkt, bestand kein Zweifel daran, dass sich Lisa auf das Abenteuer Cheerleading einlassen wollte. Und ja, das würde auch vom Typ her prima zu ihr passen: Blonde Haare bis knapp über die Schultern, 1,70 m groß, tolle Figur und immer dieses leicht freche Grinsen, das nicht arrogant, sondern einfach nur leicht spitzbübisch rüberkommt. Es bestand aber auch kein Zweifel daran, dass Lisa dann und nur dann fahren würde, wenn ich mitkäme. Falls ich nicht wollte und ›nein‹ sagen würde, dann würde Lisa das Cheerleader Valley sausen lassen und mit mir in einen ›normalen‹ Girlie-Sommerurlaub fahren. Doch das wäre gleich zweifach unfair und gemein gewesen. Einerseits würde ich Lisa den Spaß verderben und andererseits würde ich es ihr schwer machen, denn dieser ›normale‹ Girlie-Sommerurlaub würde Geld kosten – Geld, das sich Lisa durch Ferienjobs verdienen müsste. Ihr Vater ist vor 15 Jahren einfach abgehauen, ohne anschließend auch nur einen Pfennig oder einen Cent zu zahlen. Doch auch wenn Lisa und ihre Mutter danach ganz gut über die Runden gekommen sind und der Verdienst ihrer Mutter anscheinend ganz okay ist, so hat es Lisa nicht so dicke. Nein, ich würde sie auf keinen Fall enttäuschen, und so konnte und wollte ich es nicht verhindern, dass meine Lippen meinem Mund recht schnell ein zustimmendes Lächeln entlockten. Ich spürte Lisas Umarmung nur ein Augenblinzeln später.

»Danke Schatz«, sagte Lisa vergnügt, und es war einfach schön, die Freude in ihrer Stimme zu hören. »Hm … sag mal«, meinte sie dann nachdenklich. »Cheerleading ist doch in Deutschland kein echter Massensport oder so. Da wäre unser Aufenthalt im Cheerleader Valley doch vielleicht ein guter Aufmacher für eins deiner Studienprojekte. Dann sähen deine Professoren doch mal etwas ungewöhnlichere Fotos.«

»Ja, warum eigentlich nicht«, antwortete ich gleich, denn mir gefiel Lisas Vorschlag. »Für die Credits in Professor Wöhrls Kurs müssen wir bis Weihnachten eine größere Hausarbeit anfertigen. Der Kurs beginnt zwar formell erst im Herbst, aber Professor Wöhrl unterstützt es, dass wir mit unserem Thema sogar schon in den Sommersemesterferien anfangen. Er meint, dass ihm das lieber sei, als am Vierten Advent einen Anruf zu bekommen und die traurige Geschichte zu hören, dass der arme Hund erst den SD-Chip gefressen und sich anschließend auf die Festplatte mit dem Back-up übergeben hat. Er ist auch immer für ausgefallenere Themen offen. Nur warte, vielleicht darf man in dem Cheerleader Valley ja gar nicht fotografieren. So Veranstalter sind oft mit dem Copyright sehr empfindlich. Steht darüber was in den Prospekten?«

»Ich hab nichts gelesen. Aber pass auf. Wir machen es so. Du sprichst mit deinem Professor und in der Zwischenzeit klären Mama und ich, ob du da für eine Studienarbeit fotografieren darfst. Puh … und noch mal danke, danke Katrin.«

»Immer. Und komm. Ziehen wir uns an und gehen zum Frühstück.«

»Füllen wir dabei gleich die Formulare aus? Ich hab auch schon zwei Stifte in meine Handtasche gepackt.« Aha! Lisa hatte es wirklich eilig.

»Machen wir. Dann kann ich es mir nicht mehr anders überlegen«, lachte ich. »Aber Lisa, ganz egal ob es da so ein Feld gibt oder nicht, wir schreiben auf jeden Fall drauf, dass wir zusammen in eine Cheerleading Gruppe wollen. Sonst nee. Sonst will ich da nicht hin!«

»Das Feld gibt es«, grinste Lisa. »Hab schon nachgesehen.«

»Und du hast auch schon die Kreuze gemacht und überall unsere Namen eingetragen?«

»Klar. Die Adressen auch schon.«

Lachend, aber auch mit einem leicht flauen Gefühl im Magen, was uns da erwarten würde, haben wir uns angezogen und sind zum Frühstück geschlendert. Dort haben wir dann in Windeseile den Rest der Anmeldungen ausgefüllt, wobei auch die ›Windeseile‹ einen Moment gedauert hat, da wir unsere sportlichen Fähigkeiten in einem kurzen Lebenslauf beschreiben und aktuelle Passbilder beifügen sollten. Die Lebensläufe haben wir noch beim Essen geschrieben und die Bilder habe ich danach schnell in meinem Ministudio bei uns im Keller geschossen und ausgedruckt. Lisa hat anschließend so lange gequengelt, bis wir zu einem Briefkasten mit Sonntagsleerung gegangen sind und die Unterlagen dort eingeworfen haben. Das Abenteuer ›Cheerleader Valley‹ konnte also beginnen.

••••

Das weitere Drumherum, das Lisa und ich besprochen hatten, lief die darauffolgenden Tage problemlos ab. Professor Wöhrl hat mir schnell grünes Licht für mein Fotoprojekt gegeben und gemeint, dass er es mir je nach persönlichem Wohlfühlfaktor freistellen würde, ob ich dem Portfolio später auch Fotos beifüge, die mich selbst beim Cheerleading zeigen. War nett, aber irgendwie hatte ich das schon vor, denn das gab mir einen Grund, mich im Cheerleader Valley anzustrengen. Außerdem wäre alles andere doch irgendwie herausgemogelt gewesen! Wie versprochen hat auch Lisa über ihre Mutter klären lassen, ob ich in dem Sportpark fotografieren durfte. Solange ich nicht vorhatte, die Fotos kommerziell zu verwenden, hatten die Betreiber kein Problem damit.

Und dann, schon Samstagmorgen, nicht einmal eine Woche später, drückte Papa mir grinsend einen dicken A4 Umschlag in die Hand. Er war vom Cheerleader Valley. Aufgeregt entschuldigte ich mich bei meinen Eltern und rannte zu Lisas Haus. Sie bekam ihre Post meist zwei bis drei Minuten später als wir. Ja. Perfekt. Als ich außer Atem an der Haustüre ankam, konnte ich noch sehen, wie die Briefträgerin einen weiteren Cheerleader Valley Umschlag in den Briefkasten der Kamps steckte. Ich grüßte sie, schaffte es dann aber nur mit sehr, sehr großer Mühe nicht Sturm zu klingeln. »Schnell! Mach den Briefkasten auf«, sagte ich zu Lisa, nachdem sie die Tür geöffnet hatte. Lisa ahnte, worum es ging, zögerte keinen Moment und eine Minute später saßen wir auf ihrem Bett und rissen die Umschläge auf.

»Herzlich Willkommen im ›Velvet Ravens Squad‹ des Cheerleader Valleys«, begannen beide Briefe, und wir lernten dabei gleich unsere erste Lektion im Cheerleading: Die Gruppe, die zusammen cheert, nennt man nicht Klasse oder Team oder so, sondern ›Squad‹. Ups, das klang irgendwie nach Disziplin! Aber okay, die brauchte man wahrscheinlich beim Cheerleading.

»Wir haben es geschafft. Wir sind im selben Squad … und ja … beide in Zimmer 6.07. Perfekt«, grinste Lisa.

»›Velvet Ravens‹-Squad. Das hört sich irgendwie düster an – aber auch flauschig. Mal sehen, was da sonst noch steht«, sagte ich und wir schauten uns den Rest der beigefügten Unterlagen an. Es war erst mal nur das Übliche: Lageplan, Termin- und Sicherheitsinformationen und diverse Trainings-, Cheer- und Turnierordnungen. Was dann aber doch nicht so gewöhnlich war, das waren die Schnittmuster für Cheerleading Uniformen. Cheerleading Uniformen?! Ich meine, ja, ich weiß! Das kam jetzt nicht so überraschend und war ja auch okay, aber dummerweise erinnerte ich mich genau in diesem Moment an den Trailer für einen Film, in dem eine Cheerleaderin nach einer gelungenen Vorführung freudig die Arme hochreißt und ihr Top dann … autsch … aber nein, an so was wollte ich jetzt wirklich nicht denken. Top! Top! Top! … Stabil! Stabil! Stabil!

»Okay«, sagte Lisa. »Die schreiben hier, dass wir uns die Uniformen entweder dort leihen oder uns im Vorab welche schneidern lassen können. Dafür sind die Schnittmuster gedacht. Die empfehlen drei oder vier Sets, damit man was zum Wechseln hat. Hm, aufs Ausleihen hab ich keine Lust. Wenn schon, dann will ich meine eigenen Uniformen. Ich meine, den ganzen Rest bekommen wir bezahlt. Dann ist das mit den Uniformen doch finanziell drin und keine Verschwendung? Oder was denkst du? Und hey, ist nicht um die Ecke eine Änderungsschneiderei? Wir könnten doch gleich mal hingehen und fragen, was es kostet, wenn die uns die Uniformen anfertigen.«

»Gute Idee«, antwortete ich gleich, denn Leihsachen beim Sport waren wirklich nicht mein Ding. Und wenn ich ehrlich bin, dann begann das, was ich dort pastellfarben gezeichnet sah, mir zu gefallen: Passend zum Namen des Squads waren die Uniformen größtenteils in Anthrazit gehalten, wobei aber cremefarbene Streifen auf Brusthöhe und entlang der Rockfalten für eine schicksüße Abwechslung sorgten. Und nicht nur sah das Top zumindest auf dem Bild eng und stabil aus, die Länge des Designs nahm netterweise sogar Rücksicht darauf, dass ich zu der ›mein Bauchnabel geht keinen was an‹-Fraktion gehöre und nun mal einfach kein Lala Hüpf Typ mit Piercing bin. Auch war die Länge der Röcke okay. Sie gingen zwar nur knapp bis zu den Knien, waren aber weit davon entfernt einen wie eine Schlampe oder so aussehen zu lassen. Damit stand also der Anfertigung der Uniformen nichts im Weg!

Nachdem wir Lisas Mutter versprochen hatten, dass wir ihr die genauen Einzelheiten später berichten würden (und sie mich im Gegenzug einlud, zum Mittagessen zu bleiben), gingen wir zu der Änderungsschneiderei. Dort stimmten wir mit Maya, der Besitzerin des Geschäfts, die Preise ab und gaben die Uniformen in Auftrag. Als wir die dann eine Woche später abholten und bezahlen wollten, sagte uns Maya, dass das schon von drei freundlichen Erwachsenen erledigt worden sei. Na ja, immerhin wussten wir jetzt, dass unsere Eltern keine Probleme mit unseren Ferienplänen hatten.

© Edgar Achenbach

 

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